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Wenn mein Kind mich nicht versteht – Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis

Sprachverständnisstörungen

Danny[*] schaut mich mit großen Augen an, sagt aber nichts. Er steht in der Ecke des Raumes und spielt verlegen mit seinen Fingern.

"Bring doch mal den Laster, dann können wir alles einladen", wiederhole ich ermunternd. Ich habe heute einmal ein neues Spiel ausprobieren wollen. Alltagsgegenstände, wie z. B. ein Tisch, ein Schrank, ein Teller, sollen zu einem Puppenhaus geliefert werden. Der Laster steht gut sichtbar für Danny auf einem Hocker. Danny rührt sich immer noch nicht. Das Puppenhaus ist leer und braucht dringend Möbel. Der Transfer meiner gesprochenen Aufforderung bis hin zu Dannys Handlung wird von ihm nicht vollzogen.

Ich nehme also die Gegenstände und sage: "So, jetzt lade ich alles auf den Laster." (Zeige auf das Fahrzeug und lege die Gegenstände auf die Ladefläche.)

"Kannst Du noch den Stuhl auf den Laster draufpacken?" Da Danny mich wieder fragend ansieht, korrigiere ich mich: "Komm, lade noch den Stuhl hier auf den Laster und dann fährst du zum Puppenhaus." Jetzt handelt Danny, hat aber den Fahrauftrag schon wieder vergessen.

Kommt Ihnen dies bekannt vor bei Ihrem Kind?

Dies sind u. a. Merkmale einer massiven Sprachverständnisstörung, wie auch verspätetes Farben-Benennen, kein Zahlen- bzw. Mengenbewußtsein und besonders wichtig: keine Sprechfreude! Danny kommuniziert nicht mit Sprache, er handelt "für sich", wird manchmal aggressiv und weint, wenn er seinen Willen nicht bekommt. Läßt man ihn alleine, kommt er meist ganz schnell an seine Grenzen: Ihm fehlen Ideen, er hat keine Wörter für die Dinge, die er sieht. So ist er auf Mama und Papa angewiesen, die sich mit ihm und den Dingen um ihn herum beschäftigen.

Er kennt keine Rollenspiele, sein Spiel besteht entweder aus Geräuschen oder stereotypen Handlungsabfolgen, wie Ein- und Ausräumen, ständiges Fragen und Ablenken von den eigentlichen Spielsachen. Malen ist ganz schwierig, da er kein Konzept besitzt, und feinmotorisch ist er ebenfalls sehr unsicher; etwas zusammenzustecken läßt er gerne "Mama machen", weil ihm auch das räumliche Vorstellungsvermögen fehlt.

Wir Erwachsenen haben leider oft nicht die Geduld und die Zeit, die ein sprachverständnisgestörtes Kind braucht, um einzelne Teilschritte von Sprachverständnis so zu stärken, daß es für das Kind am besten nachvollziehbar und dadurch nach"ahmbar" wird.

Eine Therapie zeigt jetzt nach 20 Stunden erste Erfolge bei Danny, besonders gewachsen ist sein Selbstbewußtsein, und Kinder, die sich trauen, erfahren mehr von ihrer Umwelt. Das hat Danny verstanden, und er wird zunehmend "frecher" und mutiger, traut sich alleine zu, mit dem Aufzug zur Praxis zu fahren, erzählt von selber, was er bei den ersten Therapiesitzungen nie getan hat.

Alle bis dahin erreichten Therapieerfolge mit Danny sind nur möglich gewesen durch kontinuierliche Elternberatungen und die gute Mitarbeit der Eltern, d.h. meine Spielvorschläge auch im Alltag zu Hause umzusetzen und auch einmal das eine oder andere Spielmaterial neu anzuschaffen. Prima Danny, weiter so!

*Name aus Datenschutzgründen geändert

 

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